Der Krebsnebel / Messier 1
(siehe auch Bericht in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" August/2006)
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Das Zentrum des Krebsnebels Der Krebsnebel besteht aus einem inneren Synchrotron-Nebel, der wiederum in ein Netz von fraktionierten Filamenten eingebettet ist. Innen sitzt der zentrale Pulsar PSR0531+21. Er gibt einen Großteil seiner Energie als ständigen „Wind“ aus relativistischen Teilchen, Magnetfeldern und hydrodynamischen Wellen in den Synchrotron-Nebel. An der umgebenden Stoßfront entstehen einige markante fadenförmige Gebilde. Diese „Scargle-Wisps“ sind fortschreitende Verdichtungen im Synchrotrongas. Sie schwappen wie Wasserwellen hin und her, dabei emittieren sie keine Linienstrahlung. Eine H-Alpha-Aufnahme beispielsweise würde die Wisps nicht in ihrem Kontrast verstärken, eher schwächen. Im Laufe der letzten 80 Beobachtungsjahre haben die Scargle-Wisps permanent ihre Form und Helligkeit gewandelt. C.O. Lampland hatte schon 1921 ihre Veränderlichkeit erkannt, und W. Baade hatte die faserartige Struktur 1942/43 unabhängig von Lampland entdeckt. Aber erst J.D. Scargle gelang es 1969, das System der Wisps zu systematisieren und zu beschreiben.
Bewegungen der Scargle-Wisps Die Bewegung der Scargle-Wisps konnten wir anhand zweier Aufnahmen verdeutlichen und quantifizieren. Dabei sollte jedem Astrofotografen klar sein, dass zum Nachweis der Wisps ein FWHM-Wert von mindestens 2´´ erforderlich ist, ansonsten verwischen die Strukturen.
Aus dem zeitlichen Abstand beider Aufnahmen war es uns möglich, die Geschwindigkeit zu berechnen, mit der sich die Scargle-Wisps verlagern. Wir haben 25% der Lichtgeschwindigkeit ermittelt, und das steht mit wissenschaftlichen Ergebnissen voll im Einklang. Die GIF-Animation zeigt die Wisp-Dynamik. |
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