EXPO-Sternwarte Melle
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© Sternwarte Melle
Reinigung des Teleskopspiegels
Während ein kleines Kaufhausteleskop hin und wieder mit dem Staubtuch blankpoliert wird, muss unser 1,12-m-Spiegel stets technisch gewartet werden. Dazu zählt das regelmäßige Säubern der parallaktischen Gabelmontierung, hin und wieder ein Neuanstrich, alle zwei Jahre das Abschmieren des 850 mm durchmessenden Schneckenrades und der Schnecke, die Überprüfung des Lasalle-Systems zur Entlastung des Hauptspiegels sowie das Reinigen aller optischen Komponenten wie Okulare, Frontlinse des Korrektors im Okularauszug, Haupt- und Fangspiegel. Wichtigste Wartungsarbeit ist die regelmäßige Reinigung des großen Haupt- spiegels. Das stellen wir hier einmal in einer erklärenden Bildfolge vor.
52° 15’ 45’’ Nord  /  8° 20’ 12’’  /  Höhe: 185 m
Abb 1: Der Spiegel ist stark verschmutzt. Staub, Schmier, Flusen und Haare gelangen jederzeit auf seine Oberfläche. Das ist bei einem öffentlichen Betrieb unvermeidbar. Ernten auf den umliegenden Feldern sorgen regelmäßig für zu- sätzlichen Dreck. Schlimm ist besonders die Blütezeit des ringsum in großen Mengen angebauten Raps. Klebrige Substanzen dringen bei geöffnetem Dach vorzugsweise in das Obergeschoss der Sternwarte ein.
Abb 2: Warmes Leitungswasser, mit etwas mildem Geschirrspülmittel versetzt, wird in den Hohlspiegel geschüttet. Dazu muss das Teleskop exakt senkrecht gestellt werden. Der Wasserrand zeigt dann, ob das auch der Fall ist. Kaum zu glauben: Um den gesamten Spiegel randvoll zu füllen, sind rund 50 Liter nötig.
Abb. 3: Nachdem das Wasser mit dem Spülmittel eine zeitlang auf den festge- fressenen Dreck eingewirkt hat, wird ein Wattebausch in das Wasser einge- taucht. Er wird vorsichtig über die vom Wasser bedeckte Spiegeloberfläche gezogen, um die Schmutzteilchen vorsichtig zu lösen. Auf keinen Fall darf dabei gedrückt oder gerieben werden, das ergäbe Kratzer auf der Oberfläche. So wird nach und nach der erste Reinigungsgang über die gesamte Spiegel- oberfläche ausgedehnt.
Abb. 5: Ein prüfender Blick auf den Spiegel zeigt Schlieren. Der Reinigungs- vorgang muss noch einmal wiederholt werden.
Abb. 6: Zum Schluss wird die gesamte Spiegeloberfläche mit destilliertem Wasser abgespült, um keinerlei Reste zu behalten. So glänzt nun das gute Stück wieder und lässt die Sterne in neuem Glanz erstrahlen!
Text und Bilder: Peter Riepe
Abb. 4: Das Teleskop wird mit höchster Geschwindigkeit nach Norden gefahren, so dass der Spiegel schräg steht. Das auslaufende Wasser wird eine Etage tiefer im Montierungsraum mit zwei großen Wannen aufgefangen. Natürlich geht immer eine größere Wassermenge daneben ...